Offener Jugendabend Fridate

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08/07/2015 17:15 |
Offener Jugendabend Fridate

 


Freiräume des Dialogs

Während erschütternde Schlagzeilen von Gewalttaten durch muslimische Extremisten in Tunesien, Frankreich und Kuweit am Freitag, 26. Juni um die Welt kreisen, treffen sich dreizehn junge Menschen mit zwei Musliminnen zu einem Dialogabend im Rahmen des monatlichenn offenen Jugendtreffs „Fridate“ in Zürich.

„Aus dem Wunsch, den Ramadan und die Sichtweise von Muslimen besser kennenzulernen, ist die Begegnung mit den beiden jungen Frauen Elif und Hanife zustande gekommen“, sagt Emanuela Chiapparini aus der Fokolar-Gemeinschaft Zürich. Elif ist in einer gläubigen Familie in der Schweiz aufgewachsen. Hanife wuchs in der Türkei auf und kam mit 15 Jahren in die Schweiz. Hanife hat letztes Jahr den Ramadan in Istanbul erlebt. Sie fand es beeindruckend, wie Arbeitgebende und die dortigen Menschen Rücksicht auf die Menschen nehmen, die während dem Tag nichts essen und trinken. „Spannend war zu entdecken, wie stark mit dem Verzicht ebenfalls ein intensiver Einsatz der Nächstenliebe einhergeht“, meinte Giulia. „So wird bei Sonnenuntergang das Essen mit anderen Familienangehörigen, Nachbarn oder Menschen, die benachteiligt sind, eingenommen.“ Das ist auch der Grund, weshalb Elif bereits als Neunjährige diese religiöse Tradition als ein sehr schönes Fest empfand, welches die Familie untereinander und mit Benachteiligten in der nächsten Umgebung näher zusammen brachte.

Kohärenz zwischen Glauben und Leben

„Wir Nichtmuslime erfuhren auch, wie wichtig die Kohärenz zwischen Glauben und Leben im Muslimischen Glauben ist“, fährt sie fort. Das Gebet sei ebenso wichtig wie die guten Taten für die anderen. „Zudem ist es fatal, wenn jemand beispielsweise sagt, er würde den Ramadan leben, aber diesen dann bricht.“ Hingegen, wenn jemand während des Tages versehentlich etwas isst, dann könne er, sobald er es merkt, das Essen unterbrechen und weiter den Ramadan leben. Vom Ramadan ausgenommen sind Kranke, Schwangere oder Menschen auf Reisen. „Der Ramadan soll aus einer inneren Motivation heraus eingehalten werden“, unterstrich Elif. So könne sie Jahr für Jahr selber entscheiden, ob sie den Ramadan leben möchte oder nicht.

Inspirierend und spannend

„Der aufbauende Austausch ermöglichte uns, in die Haut der muslimischen Frauen zu schlüpfen, denen ihr Glaube sehr wichtig und wertvoll ist“, sagte Giulia. Umso schmerzhafter sei es für sie, den Glauben in einem missbrauchten und stark verzerrten Bild durch die Schlagzeilen über extremistische Anschläge verbreitet zu sehen. Die Teilnehmenden gingen mit einer differenzierten Auffassung des Ramadans, mit den Anliegen der beiden Musliminnen, sich durch das persönliche Engagement zur Förderung einer geschwisterlicheren Gesellschaft einzusetzen, nach Hause.

„Die Teilnahme an den offenen Jugendabenden Fridates (einmal im Monat am Freitag) ist inspirierend, gesellig, persönlich, horizonterweiternd, spannend, anregend und gemütlich in einem“, sagt Emanuela Chiapparini. Alle Jugendlichen ab 17 Jahren sind dazu eingeladen. Jemand gibt einen Input zu einem Thema, das anschliessend im Dialog vertieft wird. Bei einer Teilete klingt der Abend gemütlich aus.

 

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