Philippinen: die Stimme der Kinder

1. Februar 2014
Tacloban gehört zu den Städten, die am stärksten vom Taifun Hayan (8. November 2013) getroffen wurden. Ausgerechnet aus dieser Stadt erreichen uns Stimmen der Hoffnung, die Stimmen der Kinder.

Micha Jane und Ryan wohnen mit ihrer Familie in Tacloban, der regionalen Hauptstadt von Leyte. Von den rund 200.000 Einwohnern wurden über 10.000 getötet durch den Taifun Hayan, der am 8. November über den Inselstaat hereinbrach.

Die Kinder gehören mit ihren Eltern zur Fokolar-Bewegung. Sie erinnern sich noch ganz genau an die Tragödie: „Wir haben zusammen den Rosenkranz gebetet“, berichtet Ryan als der Taifun über unser Haus hereinbrach, aber es hat gehalten, nur das Dach ist kaputt.“ Und Micha Jane: „Mein Vater ist mit uns ins Bad gelaufen, weil es der sicherste Ort war, die Mauern waren aus Zement. Jedes Mal, wenn das Haus zitterte, dachte ich, jetzt ist es aus. Da habe ich einfach ganz fest den Rosenkranz mit gebetet, und da ging die Angst langsam weg.“

Nach dem Taifun kam die Nacht: „Wir hörten, dass in die Häuser eingebrochen wurde, Leute wurden sogar getötet. Wieder haben wir im Gebet Kraft gefunden, aber uns war auch klar, dass wir vorsichtig sein und aufpassen mussten.“

Die Tage nach der Tragödie erwiesen sich wirklich als unglaublich schrecklich: tote Menschen, zerstörte Häuser, entwurzelte Bäume. In wenigen Minuten hat das Meer die Stadt teilweise verschluckt. Es gibt keinen Strom, kein Trinkwasser, das ganze Kommunikationsnetz ist zusammengebrochen, auch die Handys funktionieren nicht mehr..

Micha Jane erzählt weiter: „Nachts hörte man oft Schüsse, sonst war es ganz still. Die meisten unserer Nachbarn und Freunde sind mit Militärmaschinen nach Cebu und Manila ausgeflogen worden. Einige Verwandte versuchten auch meinen Vater davon zu überzeugen. Aber meine Eltern wollten bleiben. Sie haben uns erklärt, dass sie den betroffenen Menschen helfen wollten. Wir haben dabei mitgemacht. Wir haben die Leute besucht und unsere Sachen mit ihnen geteilt, später haben wir ihnen dann die Hilfsgüter gebracht,  die inzwischen angekommen waren.“

Ryan fügte hinzu: „Ich habe eigentlich gedacht, dass ich ohne Internet und Fernsehen nicht überleben würde… aber ich habe gemerkt, dass es viel schöner ist, richtigen Menschen zu begegnen und ihnen zu helfen.“ Micha Jane bestätigt das: „Unser Leben wurde auch zuhause noch einfacher. Mein Bruder putzt den Boden, ich falte die Wäsche zusammen, die meine Mutter gewaschen hat. Wir teilen uns den Abwasch, ich nach dem Frühstück, mein Bruder nach dem Mittagessen. Es macht Spaß, so zu leben. Die Tage sind viel interessanter und spannender. Es ist schön zu lieben.“

Die Menschen auf den Philippinen brauchen weiter unsere Hilfe: jetzt geht es um den Wiederaufbau, an dem sich auch die Fokolar-Bewegung beteiligt durch die AMU und die Familienbewegung AFN onlus. Wer helfen will kann seine Spende auf folgendes Konto überweisen:


Spendenkonto Nr. 80-53118-0 Bewegung "für eine neue Gesellschaft", 8037 Zürich Zahlungszweck "Philippinen"

 

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