Papst Franiskus am Weltjugentag

29. Juli 2013
Zum Abschluss des „Wirbels von Rio“ Eindrücke und Zukunftsideen von einigen Jugendlichen der Fokolar-Bewegung und von Maria Teresa und Ruggero Badano, den Eltern von Chiara Luce, die zu den Fürsprechern des Weltjugendtages gehört.

„Christus hat Vertrauen in die jungen Menschen und vertraut ihnen die Zukunft seiner eigenen Sendung an.“ Das sagte Papst Franziskus bei seiner Ankunft in Brasilien zu politischen und kirchlichen Verantwortlichen, die ihn willkommen hießen. „Jesus beruft dich, Jünger in Mission zu sein! Was sagt uns im Licht des Wortes Gottes, das wir gehört haben, der Herr heute? Was sagt uns Jesus? Drei Worte: Geht – ohne Furcht – um zu dienen.“

Diesen Appell richtete der Papst an die drei Millionen Jugendlichen am Strand von Copacabana in seiner Predigt während des Abschlussgottesdienstes am Weltjugendtag 2013.

Schlichte Worte, neu und doch nicht neu, Worte, die überzeugen. Wie viele, viele andere Worte, die in dieser Woche in Rio de Janeiro von ihm gesagt und von den Jugendlichen gehört und aufgenommen wurden. Jetzt sind diese jungen Menschen auf der Heimreise in ihre Länder und Städte, ihre Familien, Gruppen, Verbände und Kongregationen mit der Einladung des Papstes, einen Wirbel zu machen, Kirche und Gesellschaft aufzumischen. Dabei sollen sie ihre Altersgenossen ebenso mit einbeziehen wie die Erwachsenen und die Alten der Gesellschaft und sie sollen ihren Glauben ganzheitlich vertiefen und daraus leben.

Geben wir jetzt das Wort den Jugendlichen selbst.

 Donna aus dem Libanon sagt, dass der  Papst „einfach und direkt ist und damit zeitgerecht“.

Für Joaquìn aus Argentinien, der von zuhause aus den Weltjugendtag verfolgt hat, heißt „Wirbel machen“ jene Kraft zu sein, die die Gesellschaft antreibt. „Ich fühlte mich wirklich Teil der Rede von Franziskus: Jugendliche – Alte – Erwachsene. Heute bin ich jung, und ich muss also die Aufgabe der Jugendlichen erfüllen. Mir gefällt diese generelle Sicht, das stimmt.“

Daniela aus Italien: „Diese Beziehung der Gegenseitigkeit unter den Generationen, von der Papst Franziskus spricht, kann wirklich zu einer explosiven Kraft werden. In mir ist der Wunsch, noch radikaler als bisher als Christ zu leben, damit ich in meinem täglichen Leben zu dem Fenster werde, durch das die Zukunft der Welt eintreten kann.“

 Iggy aus Neuseeland: „Dieser Weltjugendtag drängt uns zu einer Revolution; er treibt uns an, viele Jugendliche für das christliche Leben zu gewinnen. Bei uns in Neuseeland glauben sehr viele Menschen nicht an Gott.“

Jugendliche, die an der interreligiösen Begegnung in Rio teilgenommen haben, im Vorfeld des Weltjugendtages:

 Fuminori (katholischer Christ): „Der Weltjugendtag klinkt sich ein in das, was bereits in Rio unter Christen verschiedener Kirchen, Muslimen und Juden gelebt wird. Viele Menschen  haben großzügig ihre Häuser geöffnet, um die Jugendlichen in herzlicher Verbundenheit aufzunehmen, ohne zu ihrer Kirche zu gehören.“

Carlos (aus der presbyterianischen Kirche): „Der Weltjugendtag hat Rio mit einem neuen Geist erfüllt. Diese Musik, dieses Fest, diese Stimmen stehen über den Institutionen. Es sind die Jugendlichen, die Christus gehören. Sie bringen eine neue Identität mit, die quer durch die institutionellen Wände verläuft.“

 Fernando (Muslim): „Der Weltjugendtag ist etwas ganz Großes, denn er ermöglicht die Begegnung unter Jugendlichen verschiedener Traditionen, die miteinander über ungemein wichtige Werte und Prinzipien diskutieren. Er ist auch eine Begegnung mit Gott, und das bringt immer wunderbare Früchte im Glauben der Einzelnen.“

Unter den Jugendlichen, die auf Gottes Ruf geantwortet und ihren Lauf vollendet haben, ist auch die selige Chiara Luce Badano. Ihre Mutter Maria Teresa antwortet auf die Frage, ob sie erlebt hätte, dass Jugendliche durch den Kontakt mit der Erfahrung ihrer Tochter ihr Leben geändert hätten: „Auch Jugendliche, die nur etwas von ihr gehört oder ein Foto gesehen haben, bleiben nicht unberührt von ihrem Blick, ihrer großen inneren Schönheit, dem Feuer, das in ihr brannte. Gestern sagte ich mir: Ganz bestimmt möchte Gott mit all den Jugendlichen, die hier sind, etwas Großes erreichen. Vertrauen wir sie alle Chiara an.“

In diesen Tagen hat Maria Voce an alle Mitglieder der Fokolar-Bewegung einen Brief geschrieben, in dem sie eine Einladung ausspricht: „Ein „existenzieller Rand“ bezeichnet  jeden Ort, an dem der Mensch nicht mehr seine eigene Mitte findet, weil er Gott nicht mehr findet. Und wir, die wir einzig und allein durch die  Gnade Gottes das kostbare Geschenk bekommen haben, Ihm begegnet zu sein,  sind gerufen in die Menschheit einzutauchen, dort, wo sie diese  Mitte verloren hat, um sie sie wieder finden zu lassen.“ Im Hinblick auf einen Text von Chiara Lubich fügt sie hinzu: „Chiara möchte sicher nichts anderes von uns, hatte sie doch immer „die große Sehnsucht unserer Zeit“ vor Augen: „Eintauchen in die Menge um ihr das göttliche Leben zu schenken.“ (1)

Nach den Tagen von Rio hat sich ein Weg geöffnet, den wir gemeinsam gehen können. Auf Wiedersehen in Krakau!

(1) C. Lubich, Alle sollen eins sein, „Die große Sehnsucht unserer Zeit“, Verlag Neue Stadt 1991, S. 9.

Reden des Papstes am Weltjugendtag: http://www.weltjugendtag.ch/?id=1216

 

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